Regelkunde: Falscher Aufschläger – und jetzt?

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Bei einem Doppel schlägt der Spieler des Doppels A, der gemäß der Reihenfolge nicht aufschlagen darf, auf, ohne dass der Schiedsrichter dies bemerkt. Der Rückschläger des Doppels B fängt den Ball auf und macht geltend, dass der falsche Spieler aufgeschlagen habe. Wem ist der Punkt zuzusprechen? Helmut Hörcher (VfB Frohnhausen, Nordrhein-Westfalen)

Grundsätzlich gilt Regel A 9.1: „Ein Ballwechsel muss wiederholt werden, […] (9.2.1) um einen Irrtum in der Aufschlag-, Rückschlag- oder Seitenreihenfolge zu berichtigen.“ Davon ausgehend, dass B Recht hatte, ist also regeltechnisch niemandem der Punkt zuzusprechen, sondern der Ballwechsel mit dem korrekten Aufschläger zu wiederholen. Es sei aber darauf hingewiesen, dass die Wertung des Ballwechsels dem Schiedsrichter obliegt (und nicht einem Spieler), ebenso wie die Überwachung der richtigen Reihenfolge: „B 3.2.3: Der Schiedsrichter ist verantwortlich dafür, […] (3.2.3.5) die Aufschlag-, Rückschlag- und Seitenreihenfolge zu überwachen und etwaige Irrtümer zu berichtigen“. Bemerkt der Schiedsrichter einen Irrtum, wird dieser korrigiert, sodass die zu diesem Spielstand korrekte Situation hergestellt wird. Gespielte Bälle bleiben erhalten. Fängt der Rückschläger den Ball auf, aber irrte sich (es hat der richtige Spieler aufgeschlagen), ist ihm im Grunde kein Rückschlag gelungen und das aufschlagende Paar erhält den Punkt (A 10.1.2). Empfehlenswert ist es daher grundsätzlich, einen Ballwechsel nicht eigenmächtig zu beenden, sondern dem Schiedsrichter (typischerweise durch Armheben) zu signalisieren, dass etwas falsch ist. Im Normalfall unterbricht dann der Schiedsrichter das Spiel und trifft die notwendigen Maßnahmen.

Quelle: „tischtennis“ www.magazin-tischtennis.de Ausgabe 5 Mai 2026