Handschlag und Üben im Time-out

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Mir ist beim Training der Schläger aus der Hand gefallen und ich habe den ankommenden Ball mit bloßer Handfläche übers Netz gespielt. War der Schlag mit der Hand regelkonform oder nicht? Jens Rinza (Kolkwitzer SV, Brandenburg)

Nach der Definition war das kein Schlag und damit auch kein regelgerechter Rückschlag. In den ITTR A heißt es unter 5.5: „Die Schlaghand ist die Hand, die den Schläger hält.“ Außerdem: „Ein Spieler schlägt den Ball, wenn er ihn im Spiel entweder mit dem in der Hand gehaltenen Schläger oder mit der Schlaghand unterhalb des Handgelenks berührt“ (5.7). Sowie: „Nach einem Aufschlag oder Rückschlag wird der Ball so geschlagen, dass er entweder direkt oder nach Berühren der Netzgarnitur das Spielfeld des Gegners berührt“ (ITTR A 7).

Spieler A nimmt beim Spielstand von 9:10 (letztendlich ist der Spielstand egal, hier aber bedeutsam) eine Auszeit. Spieler B bleibt am Tisch und übt während der Auszeit seines Gegners alleine Aufschläge. Nach dem Ende der Auszeit macht er mit seinem Aufschlag einen direkten Punkt und gewinnt das Spiel. Darf ein Spieler während der Auszeit am Spieltisch Aufschläge üben? Für mich handelt es sich um einen Regelverstoß: Das Time-out ist nach meiner Auffassung eine Spielunterbrechung, die dem Spieler keine Rechte oder Möglichkeiten schafft, die über eine Pause und ein Coaching hinausgehen. Bestärkt wird diese Ansicht meiner Meinung nach dadurch, dass nach ITTR B 4.4.2.4 eine Karte auf das Spielfeld gelegt wird, der Tisch also als gesperrt gilt. Peter Fella (SV Ramsthal, Bayern)

Die Internationalen Tischtennisregeln B treffen keine Aussage über den Inhalt der Auszeit. Insofern stehen die Regeln dem Üben von Aufschlägen nicht im Wege. Das Legen der weißen Auszeit-Karte auf den Tisch ist keine Sperrung, sondern soll Zuschauern deutlich machen, dass eine Auszeit stattfindet.

Aus: https://epaper.magazin-tischtennis.de/de/profiles/0f1bd52e87f3-tischtennis/editions/dezember-2021/pages/page/27 tischtennis Ausgabe 12/2021 Seite 53